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Derek Peltier im Fan-Interview (Teil 2 – Derek ganz privat)

9. Dezember 2011

(Das Interview wurde am 26. Oktober 2011 geführt)

Du bist im August erstmals in Europa gelandet. Was waren deine ersten Eindrücke von Europa, von Deutschland?
Also abseits vom Eis fühlten wir uns zu Beginn wirklich etwas verloren. Wir kamen an und wurden direkt zu unserer Wohnung, die wirklich sehr schön ist, gebracht. Aber wir hatten da noch kein Internet und keinen Kabelanschluss und wir kannten uns auch in der Stadt noch nicht so aus. Zum Glück haben uns aber ein paar Teamkameraden zumindest den nächsten Supermarkt gezeigt, so dass wir für die ersten Tage verpflegt waren. Dann kamen die Jungs von der Geschäftsstelle aber bald zu uns und haben uns ans Fernsehen und Internet angeschlossen, die waren uns wirklich eine große Hilfe. Also die ersten Tage waren wirklich ziemlich ungewöhnlich, aber nachdem wir uns etwas
eingewöhnt haben, fühlen wir uns jetzt wirklich wohl hier.

Das Autofahren ist in Deutschland auch etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem auf den Autobahnen. Man kommt sich erst einmal ziemlich komisch vor, wenn man überall seine Geschwindigkeit den Verkehrsschildern anpasst und dann reihenweise überholt wird. Aber ich glaube, das habe ich mittlerweile auch in den Griff bekommen. Abgesehen von der Geschwindigkeit auf der Autobahn sind unsere Verkehrsregeln aber ziemlich ähnlich, so groß war die Umstellung hier also nicht.

Wie ist Derek Peltier aus Plymoth, Minnesota, eigentlich zum Eishockeysport gekommen?
Das ist eigentlich schon komisch gelaufen. Aus meiner Familie hat nämlich niemand zuvor Eishockey gespielt. Hinter unserem Haus war aber ein See, der im Winter tief eingefroren war. Dann spielten und skateten die Kids dort immer. Mit drei Jahren habe ich auch zum ersten Mal dort auf Schlittschuhen gestanden und irgendwie hat es sich dann so ergeben, dass ich mit gespielt habe. Ich habe dann über den Verein und die Schule immer mehr Eishockey gespielt, dabei bin ich immer zwischen Sturm und Verteidigung gewechselt. Auf einer Stufe bleibt man dort immer für zwei Jahre und ich habe zumeist im ersten Jahr Stürmer und im zweiten dann Verteidiger gespielt. Erst mit etwa 15 bin ich dann mit der Verteidigerposition fest verwachsen.

Wenn du doch sogar Stürmerblut in dir trägst, warum bist du dann so zurückhaltend mit dem Toreschießen? Mehr als sieben Treffer in einer Saison konnten wir in deinen Stats nicht finden…
Ich war schon immer mehr ein Paßgeber als ein Schütze, auch wenn ich in meinen Teams oft im Powerplay eingesetzt wurde. Dabei habe ich sicherlich schon einige gute Schuß-Gelegenheiten ausgelassen, aber das ist halt mein Spiel.

Nachdem du das Schlittschuhlaufen als eine große Stärke von dir erwähnt hast, können wir auch erfahren, was du als eine persönliche Schwäche ansiehst?
Ähm, eine Sache, die ich gerne verbessern möchte und an der ich arbeite ist mein Schuß. Da kann man immer etwas dran verbessern und das versuche ich schon seit Jahren. Und etwas mehr Konstanz, immer auf einem guten Level zu spielen, das wünsche ich mir. Je konstanter du deine Leistung bringst, umso besser bist du als Spieler.

Warum trägst du die Nummer 5?
Das ist eine gute Frage, ich habe eigentlich keine Ahnung. Ich habe die 5 im College für ein paar Jahre getragen. Daraus ist auch mein Spitzname entstanden, ich wurde “Fiver” oder “Nickel” genannt, manchmal auch “Pelts”. Das ist dann bei mir hängen geblieben und ich habe die 5 mit in den Profisport übernommen.

Was sind deine persönlichen Ziele für deine erste Saison in Europa?
Ich möchte eine erfolgreiche Saison spielen und mit dem Team die Play-Offs erreichen. Über persönliche Ziele mache ich mir weniger Gedanken, meine eigenen Zahlen und die Statistik spielen eine untergeordnete Rolle. Ich möchte aber schon gerne eine Plus/Minus-Bilanz im positiven Bereich haben. Ansonsten steht der Erfolg des Teams für mich an erster Stelle, denn je erfolgreicher ein Team ist, desto erfolgreicher ist eine Saison auch für jeden Einzelnen von uns.
Persönlich möchte ich neben dem Sport auch etwas Deutsch lernen. Einige von uns nehmen auch einmal die Woche ein paar Stunden an einem Deutschkurs teil, Spina, Giuliano, Fretter, Ardelan und Skinner sind dabei. Und unsere Frauen sind auch dabei, das ist schon eine nette Gruppe.
Die ersten Brocken Deutsch habe ich schon gelernt, bevor wir hier gelandet sind… “Zwei Bier bitte”!!!

Hast du dir in deinem jungen Alter schon Gedanken gemacht, was du in der Zeit nach dem Profisport machen wirst?
Also im College habe ich einen Abschluß in Wirtschaftswissenschaften gemacht, aber erst einmal möchte ich Eishockey spielen solange ich es kann. Ich weiß, dass irgendwann der Moment kommt, in dem man sich Gedanken darüber macht, aber bisher war das bei mir noch nicht der Fall. Ich kann mir aber schon vorstellen, in die Wirtschaft zu gehen oder irgendwelche Dinge zu verkaufen. Ich bin jemand, der gerne zu den Leuten geht und mit ihnen redet, Verkauf wäre also nicht schlecht. Und dazu auf jeden Fall dem Eishockeysport verbunden bleiben, beispielsweise als Nachwuchs-Coach.

Du bist hier in Iserlohn in einem der kleineren Clubs in Deutschland gelandet. Wie gefallen dir Verein und Organisation der Roosters?
Ich finde, dass der Club gut aufgestellt und organisiert ist. Mir gefällt unser Kabinentrakt mit den Fitneßmöglichkeiten dabei sehr gut. Ich mag aber auch diesen Raum hier, die Sportsbar, der eine richtig gute Atmosphäre verbreitet. Am besten gefällt mir aber die enge Atmosphäre bei den Spielen, das kann man wirklich genießen als Spieler.

Und was sagst du zur Liga, der DEL?
Ich denke, es ist eine recht starke Liga. In Sachen Technik und Talent kann man sie schon gut mit der AHL vergleichen. Der große Unterschied ist sicherlich die Größe der Eisfläche, und dann gibt es weniger Faustkämpfe und weniger direkte Checks. Letzteres kommt vor allem eben durch die Größe des Eises, du hast mehr Platz um auszuweichen. Dass es weniger Fights gibt stört mich nicht weiter, das war nie mein Ding. Hier musst du als Spieler vielseitiger sein, daheim gab es Teams, die hatten ihre Spezialisten, die eigentlich nur für Faustkämpfe da waren und weniger spielerisch drauf hatten. Ich meine, dass die Faustkämpfe nicht wirklich die attraktive Seite am Eishockey sind, aber da die Fans das anscheinend lieben, gehört es halt dazu.

Nach den Kaderveränderungen im Sommer, beispielsweise die Verpflichtung von Jeff Cowan, haben unsere Fans eine Entwicklung des Teams zu mehr physischem Spiel und auch zu mehr Fights hin erwartet. Das ist bisher nicht wirklich eingetroffen, gibt es hier “Bremsen” oder Anordnungen an die Jungs?

Nein, ich denke, es war einfach nicht nötig. Wenn die Zeit für einen Fight gekommen ist wird der betreffende Spieler sicher nicht zurückgepfiffen, wenn es nicht völliger Unsinn wäre. Die richtigen Gelegenheiten waren einfach noch nicht da. Du gehst ja nicht einfach raus und machst einen Faustkampf um des Kampfes Willen, gewöhnlich passiert das nicht ohne Grund.
Man kämpft ja beispielsweise, um für einen Teamkameraden einzutreten, aber diese Gelegenheiten haben sich noch nicht richtig ergeben.

Bitte erzähl uns etwas über den größten und den schlechtesten Moment in deiner Karriere.
Den schlechtesten Moment hatte ich denke ich während meiner Collegezeit. Wir waren in jener Saison das als Nummer 1 gesetzte Team im Land angetreten und verloren damals in der ersten Play-Off-Runde gegen ein Team, gegen das wir nie im Leben hätten verlieren dürfen. Wir hatten so eine großartige Vorrunde gespielt und schwammen auf einer Euphoriewelle, wir hatten die Meisterschaft ins Auge gefaßt, und dann enttäuschten wir uns selbst und die ganze Organisation. Es war wirklich eine ganz bescheidene Sache für mich.
Der beste Moment meiner Karriere war definitiv mein erstes NHL-Spiel in meiner Heimatstadt, von dem ich euch schon erzählt habe.

Hattest du früher besondere Vorbilder oder Idole im Eishockeysport?
Also mein Lieblingsspieler als ich aufwuchs war Steve Yzerman von den Detroit Red Wings. Jetzt würde ich Niklas Lidström als meinen Lieblingsspieler nennen, einen Verteidiger natürlich. Ich wuchs als Fan der Red Wings auf und hatte immer viel Spaß dabei, mir Spiele dieses Teams anzuschauen. Vielleicht kann ich das Jersey der Red Wings ja auch irgendwann nochmal anziehen, das wäre sicher eine tolle Sache für mich.

Was machst du bei langen Busreisen zu einem Spiel, wie versuchst du, die sogenannten Busbeine zu vermeiden?
Also ich finde die Busreisen jetzt nicht so übermäßig lang, die längste war glaube ich so 6 oder 7 Stunden lang. Das ist eigentlich in der AHL nicht viel anders, ich habe also schon oft so lang im Bus gesessen. Meist schlafe ich ein wenig und höre etwas Musik oder schaue einen Film auf meinem Computer. Irgendwie bekomme ich die Zeit schon rum. Für die groß gewachsenen Jungs ist es sicher deutlich unbequemer im Bus als für mich. Ihr Fans habt da sicher mehr Spaß im Bus…

Wie bereitest du dich im Sommer zuhause auf eine neue Saison vor?
Ich gehe meist mit einem Kumpel zusammen ins Fitness-Studio für ein paar Workouts. Laufen ist eigentlich nicht so mein Ding, ich gehe lieber aufs Spinning-Rad. Aber diesen Sommer habe ich an ein paar Cross-Läufen teilgenommen.
Zur Entspannung gehe ich dann im Sommer gerne fischen oder Golf spielen. Und manchmal gehe ich auch in die Wälder zum Fasane jagen. Das ist allerdings wirklich sehr selten, da die Jagdsaison meist mit der Hockey-Saison zusammenfällt und ich dann unterwegs bin. Und ich spiele auch mal gern Tennis.

Gibt es abseits des Eishockeys interessante Persönlichkeiten, die du gern einmal kennenlernen möchtest?
Hmm.. schwierige Frage. Euch hier natürlich, das kann ich jetzt auf meiner Liste abhaken (lacht). Aber so wirklich fällt mir niemand Passendes ein.

Erzähle uns noch etwas über deine privaten Vorlieben, was Essen, Getränke usw. betrifft.
Ganz klar Steaks in allen Varianten. Am liebsten ein schönes großes Steak mit gerösteten Kartoffeln, das liebe ich. Ein besonderes Rezept für die Fans habe ich dabei nicht, ich lege einfach alles auf den Grill, was kommt… Wir rösten unsere Kartoffeln gleich zusammen mit den Steaks auf dem Grill, sie werden in Alufolie eingewickelt und mit Butter und Rosmarin gewürzt, das schmeckt klasse.
Mein Lieblingsgetränk zuhause ist ein Bier namens Coors Light, hier habe ich schon einige Biersorten ausprobiert, aber noch keinen Favoriten gefunden. Ich gehe gerne in den Bierladen gegenüber vom Marktkauf, schnappe mir einen Getränkerahmen und packe viele verschiedene Sorten rein. Was mir schon aufgefallen ist, ist ein sehr würziges Landbier. Aber ich probier schon gerne, ich bin da nicht so pingelig. Und ansonsten trinke ich Milch und viel Wasser und beim Essen mal eine Sprite. Aber an und für sich versuche ich, nicht zu oft Limonade zu trinken.
Wenn ich den Fernseher einschalte oder am Computer einen Film schaue, bin ich auch nicht so wählerisch. Ich schaue viele verschiedene Dinge. Sehr gerne sehe ich die TV-Serien “Californication” und “Dexter”, die laufen auch auf meinem Laptop auf Auswärtsfahrten, und “Two and a half Men”.

Mal was ganz anderes: Welche drei Dinge würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Zuerst einmal natürlich meine Frau… ich will ja keinen Ärger bekommen (grinst). Dann muss ich mal überlegen… vielleicht etwas Bier… und vielleicht ein Boot, mit dem ich aufs Meer hinaus rudern und Fische fangen könnte.

Und mit wem würdest du dich für ein Candle Light Dinner verabreden, wenn nicht mit deiner Frau?
Hmmm… lass mich kurz überlegen. Vielleicht Jennifer Aniston. Sie ist eine meiner Lieblingsschauspielerinnen. Aber verratet das nicht meiner Frau (lacht).

Derek Peltier im Fan-Interview (Teil 1 – Die Roosters und die aktuelle Saison)

23. November 2011

(Das Interview wurde am 26. Oktober 2011 geführt)

 Du bist ein ziemlich guter Schlittschuhläufer, aber nicht so hochgewachsen wie zum Beispiel Jassen Cullimore oder einige andere Jungs im Kader. Was siehst du selbst als deinen größten Vorteil an?

Das sind, wie du schon sagtest, meine läuferischen Fähigkeiten. Dadurch gelingt es mir oft, schnell in Scheibenbesitz zu kommen und dann kann ich, denke ich, auch recht gute schnelle Aufbaupässe spielen. Ich bin dann auch oft sehr schnell mit vorne, um vor dem gegnerischen Tor für Unruhe zu sorgen. Bei der Defensivarbeit in den Ecken kommt mir das Läuferische auch zugute, da ich sehr schnell in meiner Position bin. Ich fühle mich auch selbst nicht als kleiner Spieler, sondern denke,  dass ich auch kräftig genug bin, um gegnerische Spieler an der Bande zu binden und ihnen den Puck abzunehmen.

Wann ist die Organisation der Roosters mit dir in Kontakt getreten? Schließlich warst du einer der ersten Neuzugänge, die hier vermeldet wurden.

Das war so Mitte Mai bis Anfang Juni. Unterzeichnet habe ich dann Mitte Juni. Die Verhandlungen liefen also etwa über einen Monat. Ich hatte schon länger vor, irgendwann in meiner Karriere nach Europa zu gehen und hier zu spielen. In meinen ersten beiden Profijahren hatte ich die Chance, ein paar Spiele in der NHL zu absolvieren, im letzten Jahr war ich in Peoria und dort chancenlos auf NHL-Einsätze. Daher entschied ich, dass es Zeit für den Wechsel nach Europa war. Ich wollte die Erfahrung einfach für mich selbst machen und hoffte, dass ich hier gut zurechtkommen und Spaß haben würde.

Du bist hier auf deiner ersten Europa-Station. Wie schwer war die Umstellung auf die große Eisfläche für dich?

Die war eigentlich gar nicht so groß, da wir auf dem College auch auf einer großen Eisfläche spielen mußten. In der College-Liga, in der ich gespielt habe – der WCHA (Western Collegiate Hockey Association) – hatte ungefähr die Hälfte der Teams eine große Eisfläche, wie auch die unsere. Die war vielleicht sogar noch etwas größer als die Spielflächen hier in Europa. Wir mussten damals also vielseitig sein, haben etwa die Hälfe unserer Spiele auf Eis in der NHL-Größe gespielt und die andere Hälfte auf dem großen Eis. Ein Vorteil war dabei noch für uns, dass zu unserem Trainingskomplex zusätzlich noch eine Eisfläche in NHL-Größe gehörte, die zu einer Damen-Mannschaft gehörte. Dort konnten wir uns dann vor Auswärtsspielen auf dem kleinen Eis noch entsprechend vorbereiten.

In deinem letzten Jahr auf dem College warst du Mannschaftskapitän. War das ein besonderer Job für dich?

Ja, das war schon eine besondere Ehre. Das Eishockey an der University of Minnesota ist ein Programm mit sehr viel Tradition, aus dem schon viele exzellente Eishockeyspieler hervorgegangen sind, also es war wirklich ein besonderes Jahr für mich. Vor allem auch, weil ich für mein letztes Jahr im Team von meinen Teamkameraden zu diesem Kapitänsamt gewählt wurde. Ich habe schon von klein auf Spiele des “Minnesota Gophers”, dieses College Teams, angeschaut, da ich nur knapp 20 Minuten entfernt aufgewachsen bin, da ist also schon ein kleiner Jugendtraum wahr geworden. Mit einigen der Jungs habe ich heute noch guten Kontakt über Email oder Skype. Wir treffen uns auch jeden Sommer mit vielen Jungs und nutzen es, dass uns das College das ganze Jahr über Eiszeiten anbietet und wir dort gemeinsam trainieren können.

Wie war die Saisonvorbereitung für dich, in der du ja die ganze Vielfalt an Eishallen in Deutschland und Europa sehen konntest, denken wir an die Spiele in Österreich, der Kölnarena 2 oder an das Nebelspiel in Dortmund?

Also unser Auftritt in Dortmund war sicher besonders ungewöhnlich. Das habe ich noch nicht erlebt, dass ein Spiel wegen Nebels abgebrochen wurde. Ich fand diese Arena mit einer offenen Seite eigentlich ganz nett. Das Stadion in Augsburg ist ja so ähnlich und es hat schon Spaß gemacht, dort zu spielen. Es ist toll, wenn man draußen spielen kann, es kalt und das Eis somit hart ist. Ich kann mir vorstellen, dass es toll ist, dort zu spielen, wenn es im Winter mal richtig kalt ist. Aber wenn es so heiß ist, wie an dem Sonntag in Dortmund und dann so neblig wird, das ist schon komisch.

Wie gefällt dir das Zusammenspiel mit deinen Partnern in der Verteidigung?

In der Vorbereitung habe ich zumeist mit Brett Skinner zusammen gespielt und ich meine, dass wir recht gut harmoniert haben. Dann meinte Doug, dass wir etwas ändern müssen und so kam ich mit Stefan Langwieder zusammen. Ich denke, dass wir uns sehr gut ergänzen und dass es gut zur Teamleistung beiträgt. Stefan ist ebenfalls ein sehr guter Skater, der viel für uns in der Verteidigung arbeitet, ganz besonders in Unterzahl, in der wir durch unsere läuferischen Fähigkeiten sogar die Stürmer beim Forecheck unterstützen können. Es klappt einfach prima mit Stefan.

Wo siehst du die Gesamtleistung des Teams, gerade wenn man die unterschiedlichen Leistungen bisher sieht?

Es ist ja noch ziemlich früh in der Saison und irgendwie steckt das Team immer noch in der Entwicklung. Im Vergleich zu den meisten anderen Teams mussten wir viele neue Spieler integrieren. Aber man konnte gegen einige Top-Teams der Liga schon sehen, dass wir eine tolle Mannschaft haben, die jeden Gegner in der Liga schlagen kann. Wir müssen uns aber gerade gegen die etwas schwächeren Teams noch besser einstellen und auch für solche Spiele bereit sein, mehr Konstanz in unsere Leistungen hinein bringen. Konstantere Leistungen werden uns als Mannschaft auf die nächste Stufe bringen, gut spielen können wir ja schon, dann werden wir auch unsere Saisonziele erreichen.

Kannst du mal versuchen, jemandem, der so wie ich nie Eishockey gespielt hat, zu erklären, warum es solche Wochenenden wie das letzte gibt, zuhause gegen Wolfsburg unterzugehen und dann am Montag in Hamburg zu gewinnen?

Es ist einfach so, dass es Abende gibt, an denen du es nicht drauf hast. Einige von den Jungs rackern sich ab, kämpfen bis zum Umfallen, aber es will einfach nichts klappen. Das kommt einfach vor, man kann das nicht immer kompensieren. Auch wenn du hier in Deutschland nur zwei, maximal drei, Spiele in der Woche hast, ist es einfach nicht immer in gleichem Umfang möglich, sich auf das Spiel einzustellen, zu freuen und vorzubereiten. Wir haben das nach dem Wolfsburg-Spiel auch in der  Kabine besprochen. Es ist schlichtweg einfacher, sich auf Gegner wie Berlin oder Mannheim einzustellen, die in der Liga Erster oder Zweiter sind, man neigt dann leider manchmal dazu, gegen die weiter unten platzierten Teams etwas nachlässig oder arrogant anzutreten. Das sollte nicht geschehen, passiert aber eher unterbewußt und ist daher schwierig zu kontrollieren. Hier müssen wir an uns arbeiten, um gemeinsam einen Weg zu finden, uns auf jedes Spiel richtig einzustellen.

Nach der Niederlage in Augsburg hat euch Doug beim nächsten Training für eine halbe Stunde ohne Pucks skaten lassen. Hast du ähnliche Maßnahmen schon einmal erfahren?

Ja, im College hatten wir auch schon mal mehrere Trainingseinheiten ohne Pucks, aber im Profi-Hockey habe ich das noch nicht gehabt. Man lässt dann automatisch das vorherige Spiel im Kopf nochmal Revue passieren. Gegen Augsburg haben wir nicht wirklich hart gearbeitet, die haben einfach mehr getan als wir und uns daher geschlagen. Doug hat uns klar mitgeteilt, dass sich ein solches Training wiederholen kann. Wenn wir nicht hart genug arbeiten, so wird er uns wieder am nächsten Tag diese Arbeit nachholen lassen. Ich kann das nachvollziehen und habe kein Problem damit.

Du hast eine kurze NHL-Karriere hinter dir. Kannst du uns etwas über deine Gefühle bei deinem ersten NHL-Auftritt erzählen?

Das ist eigentlich wie ein Wirbelsturm über mich herein gebrochen. Ich spielte zu der Zeit in Cleveland bei den Lake Erie Monsters, dem Farmteam der Avalance. Ich wurde an einem Morgen ins Office gerufen, gleich nach dem Training, dort sagte man mir, dass ich mich beeilen müsse, da ich in einer halben Stunde zum Flughafen aufbrechet müsste, ich war ins NHL-Team berufen worden. Das Spiel an dem Abend war in meiner Heimatstadt Minnesota, also bin ich schnell in mein Apartment gefahren und habe meinen Anzug angezogen. Unser Manager hat mich dann schnell zum Flughafen gebracht und zwei Stunden später bin ich in Minnesota ausgestiegen. Dort bin ich direkt in die Arena gefahren und habe den Abend in der NHL gespielt. Das war ziemlich verrückt und mir drehte sich ziemlich der Kopf. Ich habe das auch an dem Tag überhaupt nicht richtig begreifen und in mir aufnehmen können, vielleicht noch am Meisten auf dem Flug nach Minnesota. Dort habe ich übrigens noch am Flughafen schnell meine Eltern angerufen und informiert. Es war schon ziemlich cool, mein erstes NHL-Spiel in meiner Heimatstadt vor Familie und Freunden zu spielen.

Hast du auch mit prominenten NHL-Stars gemeinsam gespielt?

Ja, zu der Zeit waren schon einige richtig gute Jungs im Team. Der Prominenteste war wohl Joe Sakic. Er flog zwar nicht zusammen mit dem Team, aber wir haben gemeinsam trainiert. Bekannt ist sicherlich auch Adam Foote, ein Verteidiger oder Yan Stasny, ein junger, aufstrebender Star. Es war ganz sicher eine tolle Erfahrung für mich. Insgesamt kam ich im ersten Jahr auf 11 und im zweiten Jahr auf 3 NHL-Spiele. Ich habe dabei einige wertvolle Eindrücke gewonnen, wie diese Jungs trainieren und wie sie ihren Arbeitstag in der NHL angehen. Das Training in der NHL ist etwas ganz Besonderes. Du trainierst zusammen mit den Besten der Besten, es ist sehr intensiv, was das Tempo und die Technik betrifft. Das ist richtig harte Arbeit. Auch der Rhythmus ist ein ganz anderer. Ich habe die elf Spiele innerhalb von drei Wochen am Stück bestritten, du bist unheimlich viel unterwegs, meist mit dem Flugzeug, und freie Tage gibt es nicht wirklich. Aber so hatte ich das Glück, in kurzer Zeit ein paar interessante Orte zu sehen und in einigen coolen Arenen zu spielen.

Wie nimmst du die Atmosphäre bei den Heimspielen und die Unterstützung durch die Fans auf?

Das hilft uns schon gewaltig und macht jedes Spiel zu einer tollen Erfahrung. So großartige Fans zu haben motiviert einen besonders und gibt mir auch oft den Extra-Push. Und die Fans hier sind einfach unglaublich. Aber auch bei Auswärtsspielen, es ist immer wieder ermutigend, wie toll uns unsere Fans unterstützen. Das ist ganz anders als in den Staaten. Beim College Hockey kann man es vielleicht noch etwas vergleichen, da die Teams dort viel in regionalen Ligen spielen und nur um die drei Stunden im Bus sitzen müssen. Im Profi-Hockey gibt es aber keine mitreisenden Fans, das ist einfach nicht möglich.

Magst du das deutsche Bier?

Ja! Das Bier ist gut! Und es gibt viele verschiedene Sorten und Geschmäcke, das gefällt mir.

Der zweite Teil folgt in Kürze. Ihr erfahrt dann mehr über Dereks erste Eindrücke von Europa,  seinen Werdegang und seine ganz persönlichen Vorlieben.

Roosters FanTV vom 28.10.2011

28. Oktober 2011

In der heutigen Ausgabe blicken wir zurück auf die Spiele vom 14.10. in Straubing und vom 16.10. gegen Mannheim.
Neben einigen Kurz-Interviews sind bewegte Bilder vom tanzenden Sébastien Caron und eine Zusammenfassung vom After Game Talk mit Michael Hackert und Mike York im Angebot.
Vom Spiel gegen die Eisbären und dem Talk mit Jeff Cowan und Christian Hommel wird es aufgrund eines technischen Problems leider kein Video geben.

Roosters FanTV vom 21.10.2011

20. Oktober 2011

Wir legen gleich nochmal mit einer weiteren Ausgabe nach. Heute blicken wir auf das Heimspiel gegen Straubing vom 23.09. zurück und auf den After Game Talk mit Stefan Langwieder und Derek Peltier.
Hauptteil dieser Ausgabe ist aber der After Game Talk mit Robert Hock nach dem 0:7 der Roosters gegen Wolfsburg am 01.10.2011

Roosters FanTV vom 15.09.2011

15. September 2011

Das heutige Video berichtet vom zweiten Teil des Österreich-Trips der Iserlohn Roosters in der Saisonvorbereitung 2011. Hauptaugenmerk wird dabei auf das Gastspiel der Roosters in Villach gelegt.


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